V.6 (28). Etappe: Stralsund - Ribnitz-Damgarten 76 km / 170 hm

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Stralsund

Schön restaurierte Bürgerhäuser in der menschenleeren Hansestadt Stralsund

Morgenstimmung

Sonntagmorgenstimmung am Ortsausgang beim Thälmann-Denkmal

Der Ostseeradweg führt statt direkt nach Barth (30 km) über weite Umwege nach Norden und fährt streng die Küste ab.

In der Nacht zum 21.09. gab es einen Wetterumschwung: Tief Gudrun mit aufkommendem Westwind machte sich bemerkbar. Im Laufe des Tages sollte die Regenwahrscheinlichkeit zunehmen.
Also früher Start ohne Frühstück. Erst mal trocken radeln. Unterwegs wird es schon etwas zu essen geben!

Einsamkeit

Es dauerte dann noch Stunden bis Barth, ehe es in dem menschenleeren Städtchen beim Italiener was zu beißen gab. Da war ein heftiger Hungerast "abzusägen".

Wegen der Widrigkeiten des Wetters verzichteten wir auf den (Um)weg über das Fischland Darß-Zingst und blieben auf dem Festland, wo man etwas weniger Westwind abbekam.

 

Aber bereits nach 45 Min. überraschte uns ein heftiger Starkregen mit Böen aus West. In der kahlen Landschaft gibt es keinerlei Unterstellmöglichkeit. Im Dorf Klausdorf leuchtete im dunklen Regenhommel das Landhotel "Zum Kranich". Auf der Hompage heißt es verheißungsvoll: "Genießen, Wohlfühlen, Aktivsein; entdecken Sie die wunderschöne Landschaft Mecklenburg Vorpommerns und lassen Sie es sich in unseren idyllischen Landhotel nahe der Ostsee so richtig gut gehen.
Erleben Sie herzliche Gastlichkeit und ein lebendiges, professionelles Miteinander in unserem liebevoll eingerichteten Wohlfühl-Landhotel. Bei uns können Sie u.a. auch Ihren Fahrradurlaub ... problemlos verbringen.
"

Statt der angekündigten "herzlichen Gastlichkeit" durften wir dann den Gipfel an "nach-DDR-licher Ungastlichkeit" erleben: Das üppig vorbereitete Frühstückbuffet sei für eine geschlossene Gesellschaft. Diese war weitgehend mit Frühstücken fertig. Ob da für 2 durchnässte Radfahrer nicht noch ein paar Krümel übrigblieben?
"Muss ick den Chef fragen. -- Nee, nee, geht nicht! Das ist alles reserviert."
"Dann trinken wir eben lediglich einen Kaffee an der Theke!?" "Nee, höchstens draußen!" - ... im Regen!

Also dann Tschüss - auf Nimmerwiedersehn!

Kranische

Im September/Oktober bevölkern Zehntausende Kraniche aus Skandinavien die Gegend. Auf dem Fischland Darß nutzen Sie Schlafquartiere, von denen aus sie tagsüber auf das Festland fliegen, um sich an Körnern auf den abgeernteten Feldern zu nähren.

Kranichflug

Nach einigen Wochen Zwischenrast geht die Reise dann weiter nach Afrika und Arabien.

Detaillierte Informationen bietet das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf.

Ribnitz

Am Tagesziel in Ribnitz-Damgarten legte sich vorübergehend der Sturm: Hafen und Marktplatz begrüßten uns im angenehmen Spätnachmittagslicht.

rechts

Welche Art von Kultur man in der vorpommerschen Provinz geboten bekommt, lässt schon das Plakat für den Sportpalast ahnen: aus der Zeit gefallen!

DDR-Kultur

Die Stimmung an diesem Tag war stark geprägt von der Abfuhr im Landhotel "Kranich", von heftigem Gegenwind bei Hungerast, öder Einsamkeit und Eintönigkeit der Landschaft, dem Schrei der Kraniche und schließlich einem angenehmen Aufklaren am Etappenziel.

Im modern-stylischen Restaurant Paganini am Marktplatz gab es sowohl leckeres Eis am Nachmittag als auch vortreffliches Abendessen (Filetto alla Griglia 16,90€) - in dieser Region keine Selbstverständlichkeit. Das Steak erinnerte uns an Argentinien! Motto und Lehre für Meckpom: "Geh zum Italiener!"

Reelle Ü/F in der Pension Kai in Ribnitz (EZ 45 EUR).

Wie würde sich der angekündigte Orkan am nächsten Tag aufbauen? Wie würde man ihn meistern?

Stralsund - Ribnitz (Statistik)

Temperatur hm km Fahrzeit Ø Höchst-km/h Wetter Wind
14°-18° 170 75,8 04:36:01 16,48 km/h 27 Starkregen 4-5 Bft West

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© 2013-2015 Michael Seeger, update 26.05. 2015